Ironie und Übertreibung im öffentlichen Raum

Über die Transformation von Vorurteilen in fiktive Stadtmöbel

Martin Binder

 

Die Masterarbeit behandelt Diskriminierung, die auf negativen Vorurteilen beruht. Die Arbeit besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil werden unter anderem die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Vorurteilen hervorgehoben. Anhand aktueller soziologischer Langzeitstudien werden zwölf Vorurteilsdimensionen ausgewählt, welche die Grundlage für die gezielte Diskriminierung im zweiten Teil der Arbeit sind. Weiterhin werden existierende Verdrängungsstrategien im öffentlichen Raum vorgestellt sowie Ironie und Übertreibung als künstlerische Handlungsweise für den zweiten Teil der Arbeit begründet. Teil zwei besteht aus dem Produktkatalog des fiktiven Stadtmöblierungsunternehmens “Safe&Urban”. Sechsundzwanzig fiktive Produkte werden als Computer-Renderings dargestellt. Jedes Produkt gehört einer von zwölf Produktkategorien an, z.B. Abwertung von Asylbewerbern, Antisemitismus oder Sexismus. Begleitend zu jedem Produkt wird eine Aussage aus einer von drei Langzeitstudien mit dem Zustimmungsgrad der Befragten als Begründung der Produktgestaltung zitiert. Angesichts aktueller Radikalisierungstendenzen der politischen Landschaft in Europa, wie z.B. steigender Fremdenfeindlichkeit und Separationsbestrebungen einzelner Länder, ist es eine Motivation für diese Arbeit, durch Ironie und Übertreibung Bewusstsein für Vorurteile zu schaffen und sie zu schwächen.

© Martin Binder

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Martin Binder arbeitet an der Schnittstelle von Kunst und Design. Abgeschlossenes Designstudium an der Freien Universität Bozen, Italien. Berufliche Tätigkeit in Modeindustrie und Produktdesign. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf Kunst im öffentlichen Raum. Binder ist Mitglied der Hirschfeld AG, die Autorin des „Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung“ in Berlin-Mitte ist. Studium u.A. an der STUD Stankt Petersburg sowie der Aalto University Helsinki. Mitglied der Datei „Kunst im Öffentlichen Raum“ des bbk Berlin.

Betreut von Wolfgang Knapp

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