Vergemeinschaf-
tungsprozesse
und künstlerisches Handeln:

Eine Reflexion über die künstlerische
Arbeit mit Gemeinschaften

Jonathan Ryall

 

Das Verständnis von Gemeinschaft unterliegt einem ständigen Wandel. So auch in der Kunst. KünstlerInnen, die in Projekten mit/oder in Gemeinschaften arbeiten, begreifen sie auf unterschiedlichste Weise, was in ihrer Arbeitsweise deutlich sichtbar wird. Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie KünstlerInnen Gemeinschaften begegnen, mit denen sie arbeiten, davon ausgehend, dass ein reflexiveres Verständnis von Gemeinschaft, zunächst als Begriff, nutzbringend sein könnte. Sie geht den Beweggründen der Künstler-Gemeinschaftskollaborationen auf den Grund und deckt Parallelen in den Herangehensweisen auf, die wiederum Anhaltspunkte für zukünftige Kunstprojekte liefern.
Mittels einer transdisziplinären Betrachtung des Gemeinschaftsbegriffs, wird seine ambivalente Verwendung ersetzt durch eine Übersicht der verschiedenen Definitionen und Verständnisse. Die Analyse und der Vergleich des Umgangs mit dem Gemeinschaftsbegriff in drei exemplarischen Projekten dient dazu, Schnittstellen ausfindig zu machen. Die Personengruppen, mit denen in den vorgestellten Projekten gearbeitet wird, bilden ganz unterschiedlichen Arten von Gemeinschaften. Mit besonderem Blick auf die Auswahl der Medien, die Orte und die Kommunikationsformen, die von den KünstlerInnen und den Beteiligten in diesen Projekten genutzt werden, wird ein Spektrum von Arbeitsweisen und Positionen sichtbar, die als Grundlagegerüst für die künstlerische Arbeit mit Gemeinschaften gelten.

Als Ergebnis steht eine Reihe an Reflexionspunkten, die in Form von Fragen vorgestellt werden. Sie bilden eine Art Checkliste, die Künstler_Innen die Möglichkeit bietet, ihre eigene künstlerische Praxis in und mit Gemeinschaften zu befragen. Insbesondere die Gründe für ihr Engagement, ihre Definierung von Gemeinschaften, die Wahl der Medien, die verwendeten Materialien und Formen der sozialen Interaktion sowie die möglichen Ziele und relevanten Kontexte für diese Art von Arbeit werden abschließend erörtert.

Art in Context, Jonathan Ryall, udk berlin, Kunst im Kontext, Masterarbeiten art in context 2017, Institut für Kunst im Kontext

© Foto: Marc PoKempner, Joshua Decter / Helmut Draxler (Hg.), Exhibition as Social Intervention, ‘Culture in Action’ 1993. London, After all, 2014, 73-83.


© Foto: O.V., Ian Hunter, Beyond the Rural: Rethinking critical art practice in the context of EU agriculture reform and rural development policy – Littoral Arts Trust. In: Verge, Feb. 2010, 168.

Jonathan Ryall (*1988 Großbritannien) verwendet in seiner Arbeit oft Medien wie Bildhauerei, Performance und Film. Er beschäftigt sich mit interdisziplinären und partizipatorischen Kunstprojekten im öffentlichen Raum.

Betreut von Wolfgang Knapp


© Foto: O.V., Anja Casser / Phillip Ziegler (Hg.), Stephen Willats, Art Society Feedback. Nürnberg, Verlag für Moderne Kunst, 2010, 431-433.

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