Die Gleichheit liegt in
der Ungleichheit: too normal for this?

Athina Panousi

 

Meine Masterarbeit erforscht die Verwechslung des Häufigen mit dem Normalen im Zusammenhang von körperlichen Besonderheiten. Mittels interdisziplinärer künstlerischer Aktivitäten versucht sie zu überprüfen, wie außergewöhnliche Körper doch in der Sphäre des Normalen im Sinne von Funktionalität und Ästhetik gehören. Hier wird behauptet, dass die Anatomie solcher Körper ein verborgenes Potenzial birgt, welches als Fortschritt des menschlichen Körpers und Geistes gesehen werden könnte. Mittles interdisziplinärer künstlerischer Aktivitäten ging es um einen Ausgleich zwischen dem Phantastischen/ Kreativen und dem Realen, damit die Hommage respektvoll bleibt und dennoch ein vielfältiges Publikum damit erreicht wird. Künstlerische Forschung wurde durch Recherche in anderen Feldern ergänzt, um ein sphärisches Verständnis des Themas zu erreichen. Nachbildungen bestimmter körperlicher Außergewöhnlichkeiten wurden bildhauerisch als Prothesen hergestellt. Ich habe damit eine choreographische (selbst)vergewissernde Performance gemacht, um die Funktionalität und Ästhetik der zusätzlichen Körperteile hervorzuheben. Diese habe ich aufgenommen und weiter im künstlerischen Medium des Video bearbeitet – somit ist das Thema durch das Visuelle und das Akustische zugespitzt. Durch die Prothesen und das Element der Selbstbestimmung ist das Potenzial meines Körpers erweitert worden. Eine etablierte „Normalität“ ist unpragmatisch. Man kann nur von einer Koexistenz ungleicher Menschen reden. Ihr Äußeres, also der Körper, ist nur ein sehr starkes Beispiel dafür.

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© Athina Panousi

Athina Panousi. 2013–2017 Masterstudiengang Kunst im Kontext an der Universität der Künste in Berlin, 2012-2013 Masterstudiengang Fine Art an der Universität Reading, Großbritannien. 2016 Die transexistenzielle Hauthülle: die verflochtenen Facetten der (post)migrantischen Identität im Diskurs auf dem Ruberoid Festival 2016 in Berlin, 2016 Die De-Tabuisierung des Bösen an der UdK Berlin; 2015 Arbeit in Widersprüchen: Open Brief and Incidental Person revisited im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin, Kollaboration mit dem Institut für medizinische Genetik und Humangenetik der Charité.

Betreut von Wolfgang Knapp

© Athina Panousi

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