The Sculpture
Eine Lecture Performance über die globale Zirkulation afrikanischer Artefakte

Chih Ying Peng

 

Im November 2017 hat der französische Präsident Emmanuel Macron während seines Besuchs in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, eine Rede gehalten, in der er versprach, dass Frankreich in den nächsten fünf Jahren afrikanische Objekte aus staatlichen Sammlungen zurückgeben will. Hinter dem „Wann” und „Wie” steht noch ein großes Fragezeichen, aber dennoch markiert diese Ankündigung einen weiteren Fortschritt für die Dekolonisierungsbemühungen in den Ländern des Globalen Nordens. Diese zukünftige Rückgabe verweist auf einen beginnenden Richtungswechsel in der „Reiseroute“ des afrikanischen Erbes, die die bisherige Einbahnstraße des Süd-Nord- Transfers verändern könnte. Die Masterarbeit fokussiert auf diesen vergangenen und heutigen Bewegungen des afrikanischen Kunsthandwerks bzw. der Tatsache, dass die allermeisten Skulpturen Westafrikas durch den Kolonialismus, durch Plünderung und kommerziellen Handel am Ende in den Museen der Länder des Globalen Nordens gelandet sind und immer noch dort landen. Daraus folgt der zweite Schwerpunkt, der in der Frage liegt, was solche Phänomene bedeuten und worauf sie darüber hinaus hin- und verweisen können. Ein in Lomé, Togo, stehendes Museum für traditionelle afrikanische Skulptur, das von einem Schweizer Sammler gegründet wurde und aktuell einem chinesischen Sammler gehört, wird dafür als Fallstudie benutzt. Die Inhalte der Recherche, mit ihren grundlegenden Begriffen und ihrer Struktur bilden die Grundlage für die Lecture Performance, die der praktische Teil der Masterarbeit ist.

Art in Context (Kunst im Kontext), Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), Rundgang 2019

Art in Context (Kunst im Kontext), Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), Rundgang 2018
The Sculpture, Videostill, 2019

Chih Ying Peng
geboren 1985 in Taiwan, ist ein in Taipeh und Berlin lebender Künstler und Filmemacher. Er arbeitet mit verschiedenen Medien und Formaten, wie Video, Fotografie und Installation. Seine Arbeiten untersuchen in Öffentlichkeit und Popkultur eingeschriebene postkoloniale und postmigrantische Konzepten und ihre Zusammenhänge. In seinem neuesten Projekt kombiniert er Film und Installation, um die Entwicklung des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches zwischen Asien und Afrika seit der Bandung-Konferenz von 1955 zu untersuchen.

Betreut von Kristina Leko