Über das Nicht-Menschlich-Werden des Menschen

Die Mensch-Maschine-Relation
in artifiziellen Systemen

Markus Kluge

 

Im Zuge aufstrebender Technologien, die dem Menschen ein menschenähnliches Gegenüber präsentieren, stellt sich nicht zuletzt die Frage, wie sich der Mensch konstituiert, was als „menschlich“ gilt. Im Bezug zu künstlich Intelligenten Systemen geht es nicht um eine Nachbildung des Menschlichen durch das Nicht-Menschliche, sondern um ein Erlangen einer gewissen Autonomie. Das Menschliche scheint nach wie vor an einen Leib geknüpft, bedingt ihn aber nicht. Der inkarnierte Leib hinterlässt Spuren, wenn er agiert, im Virtuellen wie auch im ihm physisch Umgebenen.

Hierbei soll auch ein Bezug zu dem Science-Fiction-Film „A Space Odyssee“ aus dem Jahr 1968 von Stanley Kubrick gesehen werden. Die dort gezeigten Monolithen können als das Gegenüber, bis zur Unkenntlichkeit abstrahierte Menschliche hin ins Nicht-Menschliche gesehen werden. Dieses Magische und doch Erhabene soll hier aufgegriffen werden.

Art in Context (Kunst im Kontext), Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), Rundgang 2018
Monolith, 2018, Markus Kluge
Art in Context (Kunst im Kontext), Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), Rundgang 2018
Monolith, 2018, Markus Kluge
Art in Context (Kunst im Kontext), Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), Rundgang 2018
Monolith, 2018, Markus Kluge

Das zunehmende Aktiv-Werden der Maschine in artifiziellen Systemen stellt das Konstrukt „Mensch“ erneut in Frage und es bestünde dabei die Möglichkeit, die Alleinstellung des Menschen erneut abzuerkennen. Dies würde bedeuten, den Menschen nicht allein auf seinen Körper, die Materie zu reduzieren, sondern zugleich einen Raum für ein nicht-menschliches Gegenüber zu schaffen. Eine Symbiose von Mensch und Maschine scheint denkbar. Es ist jedoch im Ermessen des Menschen, in wieweit er dies zulässt, in dem er die Maschine in artifiziellen Systemen immer in Relationen ansieht. Das Nicht-Menschliche liegt im Menschlichen begründet und kann sich aber nur durch das alleinig Menschliche realisieren.

Die CNC-gefrästen und anschließend in Polyurethan gegossenen Monolithen zeigen Abdrücke von menschlicher als auch zugleich nicht-menschlicher Natur.

Markus Kluge
Geboren 1990 in Berlin. Studium Art in Context 2016-2018. Lebt und arbeitet in Berlin.

Betreut von Prof. Dr. Jörg Heiser